Matchbericht FC Wolhusen – FC Ruswil

Ein umkämpftes Derby fand dank des Treffers von Roland Burri in der 72. Minute den glücklichen Sieger Wolhusen. Beide Kontrahenten waren vor Wochenfrist mit deutlichen Niederlagen in die Rückrunde gestartet. Die Abtastphase dauerte dementsprechend lange und da keinem Team so richtig ein Explo gelang, lief die Partie, je länger je mehr auf ein Torloses Remis hinaus. Die Platzherren widmeten den enorm wichtigen Heimsieg ihrem viel zu früh verstorbenen Clubkameraden Roland Egli.

Die Partie vor spärlicher Derbykulisse begann mit einer Schweigeminute zu Ehren von Roland Egli. Der ehemalige Torwart der ersten Mannschaft verstarb vor wenigen Tagen im Alter von nur 50 Jahren. Mit ihm erlebte der FC Wolhusen seine Höhenflüge bis hinauf in die 2. Liga / 2. Liga Inter Regionalliga. Ab der Spielfreigabe vom ausgezeichnet leitenden Besmir Kryeziu entwickelte sich eine Partie, welche sich vorwiegend zwischen den beiden Strafräumen abwickelte. Bei Wolhusen fehlten mit Alain Brunner, Michael Wirz und Dario Marti wichtige Akteure verletzungsbedingt. Diese wurden durch die von Verletzungen zurückkehrenden Adrian Bachmann, Livio Imfeld und Karim Kramer ersetzt. Derbygegner Ruswil musste auf die verletzten Lars Lötscher und Livio Spaar verzichten.

Lars Groenendijk verpasste erste Chance

Die beiden Antipoden kassierten vor Wochenfrist zum Auftakt der Frühjahresrunde gleich je eine derbe Niederlage. Auf Grund dieser negativen Ergebnisse versuchten die Teams die Situation zuerst etwas auszuloten, ehe der Angriff nach vorne gesucht wurde. Zu sehr nagten beide an der Startpleite um dem Kontrahenten gleich ins offene Messer zu rennen. Die beiden Torwarte verbrachten so eine geruhsame Startviertelstunde. Die erste Nennenswerte Aktion besassen die Gäste nach einem Angriff über rechts als plötzlich Lars Groenendijk, auf der Höhe des linken Torpfostens zu einer vielversprechenden Abschlusssituation kam. Der Ball versprang im unglücklichsten Moment für den Stürmer, auf dem von Wintertagen gezeichneten Rasen. Das Glück schien an diesem Abend den Einheimischen also hold zu sein. Mit der eher holprigen Spielunterlage bekundeten sie aber ebenfalls mühe in die Gänge zu kommen. Die leichten Feldvorteile lagen bei den Gästen, wobei die Abwehrreihen der Platzherren im „Auskehren“ der aufkeimenden Chancen keine Patzer beging obwohl die Gäste dadurch vermehrt zu Freistossaktionen kamen.

David Wicki klärte mit Fingern in Extremis

Dass sich zwei Verlierer gegenüberstanden vermochten die folgenden Minuten nicht zu vertuschen. Trotz Sonnenschein erwärmten die Aktionen das Derby nie richtig und so blieb die Partie eher auf einem kühlen Niveau. Wenn schon kein eindringen in den Strafraum so richtig möglich war, versuchte es Fabian Florin aus der Distanz. Sein überraschend abgezogener Schuss wurde länger und länger und zu guter Letzt musste sich Torwart David Wicki mächtig strecken um den aus rund fünfundzwanzig Metern abgegebenen Ball mit den Fingerspitzen über die Querlatte zu bugsieren. Der daraus resultierende Eckball blieb genauso wirkungslos. Ein Zusammenprall der beiden Nummern 18, in der 41. Minute brachte wenigsten die Pflegerin und Pfleger ins Spiel womit das letzte Highlight der ersten Halbzeit passe war. Mit dem Torlosen Spielstand suchten beide die Kabinen auf um eine neue Strategie zu entwickeln.

Brunner prüft die Reflexe von Schärli

Mit unveränderter Formation betraten die Teams den Rasen zur Reprise. Dabei versuchten die Einheimischen dem Spiel sofort einen Stempel aufzudrücken. Ein Freistoss auf der linken Strafraumseite verdeutlichte den Eindruck auch optisch. Daniel Brunner zirkelte den Ball über die Abwehrmauer hinweg und nur dank aufmerksamem Reflex von Torwart Fabian Schärli blieb den Gästen ein allfälliger Rückstand verwehrt. In der Folge wickelte sich die Partie wieder mehrheitlich im Mittelfeld ab. Zusehen waren in dieser Phase eher die gelben Karten als ein mitreissendes Derby. Mit der Parade in der 63. Minute hielt David Wicki die seinen im Spiel und sorgte damit für eine Entschärfung der Ruswiler Chance. Als Matthias Bühlmann mit dem Kopf knapp einen Flankenball verfehlte, notierte man ein leichtes aufkommen der Gästechancen.

Roland Burri mit perfekter Direktabnahme

Just in diese aufkommende Druckphase verlagerten die Platzherren das Spiel vor das Tor der Rottaler. Livio Imfeld flankte über die Emmenseite kommend mustergültig zur Mitte, wo Roland Burri mit seiner perfekten Direktabnahme, Schlussmann Fabian Schärli nicht den Hauch einer Abwehrchance lies. Die umjubelte Führung der Gastgeber öffnete nun neue Perspektiven. Lange Zeit lief die Begegnung auf ein torloses Remis hinaus. Ab sofort waren die Mannen von Trainer Nuaj Wilson und Tony Pfrunder gefordert. Die Einheimischen hielten dagegen und nahmen dafür einige Gelben Karten in Kauf. Nur mit einem Heimsieg liesse sich der Anschluss an die hinteren Tabellenregionen halten und so kämpften die Wolhuser um jeden Ball. Mit Umstellungen hüben wie drüben versuchten die Teamverantwortlichen die Partie zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Chancen blieben jedoch Mangelware und ab und zu verliefen gute Hereingaben wie jene von Pascal Lang in der 83. Minute ohne richtigen Adressaten im Niemandsland. Mit dem Schlusspfiff von Besmir Kryeziu war der enorm wichtige 1:0 Sieg für Wolhusen Tatsache.

Nun folgt der Gang ins Wiggertal

Was noch wichtiger erscheint, ist dass der Abstand zu den hinteren Tabellennachbarn wie Grosswangen/Ettiswil und Triengen, nach deren Punktegewinnen gehalten werden konnte. Während Ruswil im nächsten Spiel Altbüron/Grossdietwil auf dem heimischen Schützenberg aufs Korn nimmt, reisst Wolhusen ins Wiggertal. Die Schötzer Reserven sind am kommenden Samstagabend der nächste Kontrahent, welcher in der Vorrunde noch zu den wenigen Punktelieferanten zählte. Wenn Punkte aus dem Wiggertal entführt werden sollen, so muss das nötige Wettkampfglück erneut zur Stelle sein. (KS)

Matchtelegramm: Sportplatz: Blindei – Zuschauer: 180 – Schiedsrichter: Besmir Kryeziu, Hitzkirch – Tor: 72. 1:0 Roland Burri – Wolhusen: David Wicki, Cyrill Marbacher, Livio Imfeld, Adrian Bachmann, Adrian Brunner, Roland Burri, Daniel Brunner, Nikson Tomaj, Kevin Küng (84. Arsim Selimi), Jonas Wicki (90. Dominik Röösli), Karim Kramer (76. Michael Stöckli), – Ruswil: Fabian Schärli, Simon Schäfer, Pascal Vogel, Timon Schöpfer (88. Matthias Bühlmann), Luca Reichmuth, Björn Wolfisberg (50. Fabian Bättig), Heinrich Meier, Fabian Florin, Pascal Lang, Lars Groenendijk (72. David Simon), Matthias Bühlmann (69. Tim Steffen), – Bemerkungen: Sehr gute Schiedsrichterleistung, 60. Heinrich Meier (gelb), 62. Adrian Bachmann (gelb), 79. Michael Stöckli (gelb), 83. Fabian Bättig (gelb), 85. Nikson Tomaj (gelb)

Schöpfer Kurt